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3.2 Sonderausgaben

Vorsorgeaufwendungen

Zu den Sonderausgaben zählen zunächst die Vorsorgeaufwendungen. Dazu gehören die Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung wie Kranken- und Pflegeversicherungen. Unter Umständen können auch die Kosten für eine Krankenzusatzversicherung, bestimmte Versicherungen, wie zum Beispiel eine Unfallversicherung, Kfz-Haftpflicht sowie andere Haftpflichtversicherungen, geltend gemacht werden.

Diese Vorsorgeaufwendungen können aber nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag abgesetzt werden (siehe unten). Die Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung oder zu einer privaten Krankenversicherung, die das gleiche Versorgungsniveau wie die gesetzliche absichert, sind seit dem 1. Januar 2010 nahezu unbeschränkt abzugsfähig. Die Berechnung zur maximalen Absetzbarkeit von Vorsorgeaufwendungen ist recht kompliziert und eigentlich genügt es, die entsprechenden Angaben zur Sozialversicherung von der Lohnsteuerbescheinigung abzuschreiben und die Beiträge aus den Versicherungsverträgen im Einkommensteuerformular einzutragen.

Beim steuerlichen Abzug von Versorgungsaufwendungen ist zwischen Altersvorsorgeaufwendungen und sonstigen Aufwendungen zu unterscheiden.

Altersvorsorgeaufwendungen

Zu den Altersvorsorgeaufwendungen zählen Beiträge an:

• die gesetzliche Rentenversicherung
• die landwirtschaftlichen Alterskassen
• berufsständische Versorgungseinrichtungen
• ergänzende Absicherung zur Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsrente
• der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung
• bestimmte kapitalgedeckte Lebensversicherungen (Rürup-Rente), wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden:
• die Rentenzahlung darf nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres beginnen (Hinweis: Für Verträge, die nach dem 31.12. 2011 abgeschlossen werden, gilt hier eine Altersgrenze von 62 Jahren.)
• die Ansprüche aus dem Vertrag dürfen nicht vererblich oder übertragbar sein
• der Versicherungsvertrag darf nur auf die Zahlung einer monatlichen Leibrente des Steuerzahlers gerichtet sein.

Die vom Steuerzahler geleisteten Aufwendungen für den Aufbau einer Basisversorgung im Alter werden im Jahr 2012 in Höhe von 74 Prozent, maximal aber 14.800 Euro für Ledige und 29.600 Euro für Verheiratete, berücksichtigt.

Sonstige Versorgungsaufwendungen

Zu den sonstigen Versorgungsaufwendungen gehören:

• Versicherung gegen Arbeitslosigkeit
• eigenständige Erwerbs-und Berufsunfähigkeitsversicherungen
• gesetzliche und private Kranken- und Pflegeversicherungen
• Unfall- und Haftpflichtversicherungen
• Beiträge zu Kapitallebensversicherungen, wenn die Laufzeit der Versicherung vor dem 1. Januar 2005 begonnen hat.

Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung können nahezu vollständig steuerlich abgesetzt werden. Es ist von den geleisteten Beiträgen lediglich ein Abschlag von 4 Prozent vorzunehmen, wenn der Versicherte Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall hat. Hat er diesen Anspruch nicht, das kann bei Studenten oder Rentnern der Fall sein, muss diese Kürzung um 4 Prozent nicht vorgenommen werden. Die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung sind vollständig absetzbar. Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung sind maximal in dem Umfang zu berücksichtigen, in dem sie den gesetzlichen Leistungen der Pflichtversicherung bzw. dem Basiskrankenversicherungsschutz entsprechen. Bei Anspruch auf Krankengeld werden die Beiträge zur privaten Krankenversicherung entsprechend und bei der gesetzlichen Krankenversicherung um 4 Prozent gekürzt. Der Sonderausgabenabzug umfasst sowohl die eigenen Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge des Steuerzahlers als auch Beiträge für seinen Ehegatten und jedes Kind. Im Gegenzug wird der Abzug für Beiträge zur Arbeitslosen-, Erwerbs- und Berufsunfähigkeits-, Unfall- und Haftpflichtversicherung sowie zu Risikoversicherungen, die nur für den Todesfall eine Leistung vorsehen, nur noch sehr beschränkt bzw. nicht mehr zugelassen. Es wurde eine Mindestgrenze, bis zu der alle Arten von sonstigen Vorsorgeaufwendungen absetzbar sind, von 1.900 Euro für Arbeitnehmer und 2.800 Euro für Selbstständige eingeführt. Bis zum Erreichen dieser Mindestgrenze können auch geleistete Beiträge zur Arbeitslosen-, Erwerbs- und Berufsunfähigkeits-, Unfall- und Haftpflichtversicherung, zu Risikoversicherungen, die nur für den Todesfall eine Leistung vorsehen sowie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, die Leistungen absichern, die oberhalb des Niveaus der gesetzlichen Leistungen der Pflichtversicherung bzw. dem Basiskrankenversicherungsschutz liegen, abgezogen werden.

Bei Arbeitnehmern werden Vorsorgeaufwendungen bereits beim Lohnsteuerabzugsverfahren mittels einer Vorsorgepauschale berücksichtigt.

Übrige Sonderausgaben

Zu den übrigen Sonderausgaben gehören u.a. die Kirchensteuer, Spenden, bestimmte Ausbildungskosten und Unterhaltsleistungen an den geschiedenen Ehegatten.

Kinderbetreuungskosten

Kinderbetreuungskosten können unter bestimmten Voraussetzungen als Sonderausgaben abgezogen werden. Das gilt für zwei Drittel der Aufwendungen, jedoch höchstens 4.000 Euro, pro Kind im Jahr, wenn das Kind das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

In jedem Fall, in dem Kinderbetreuungskosten in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden, muss für das Kind Anspruch auf Kindergeld bestehen und das Kind muss zum Haushalt des Steuerzahlers gehören. Ist ein Kind mit der Einwilligung der Eltern vorübergehend nicht im Haushalt der Eltern untergebracht, zählt es dennoch zum Haushalt.

Nicht abzugsfähig sind Aufwendungen für Nachhilfeunterricht und die Vermittlung besonderer Fähigkeiten (z. B. Musikunterricht, Computerkurse oder Reitunterricht für Kinder). Anerkannt werden aber Aufwendungen für die Betreuung der Kinder z. B. in Kinderkrippen, Kindertagesstätten, Kinderhorten, Kinderheimen und Kindergärten.

Jährlich können zwei Drittel der Aufwendungen, jedoch höchstens 4.000 Euro, pro Kind geltend gemacht werden. Als Nachweis der Aufwendungen gelten der Betreuungsvertrag oder die Rechnung und der entsprechende Kontobeleg.